Chronik

Der Schwimmsport in Alfeld begann mit der Gründung des „Bade- und Schwimmanstaltvereins" im Jahre 1892. Ab diesen Zeitpunkt wurde ein geregelter Badebetrieb in der Leine durchgeführt. Eine weitere, wichtige Station war die Gründung des Schwimmclubs POSEIDON am 28. 5. 1921. Auch heute noch bekannte Namen wie Wienecke, Kolbach, Wiederholt, Strasser usw. sind mit der Gründung verbunden.

Im Jahr 1921 wurde ein weiterer Schwimmverein - die „freien Schwimmer" -gegründet (ab 1926 „Schwimmverein Wasserfreunde"). Die beiden Vereine „POSEIDON" und die „freien Schwimmer" pflegten gute Kameradschaft und eine sportliche Zusammenarbeit.

Eine erfolgreiche Nichtschwimmerausbildung sicherte den Nachwuchs. Durchschnittlich wurden ca. 140 Kinder pro Jahr (d. h. pro Sommer) ausgebildet. Bei dieser Zahl muss man berücksichtigen, dass Alfeld zu dieser Zeit nur etwa 7500 Einwohner hatte. Freischwimmen in der Leine-Badeanstalt bedeutete für die Kinder:

  • zur Sandbank laufen

  • 300 m mit der Strömung

  • 50 m gegen die Strömung schwimmen

und als Abschluss einen Sprung in die Leine.


Die Spitzenschwimmer des POSEIDON errangen in allen Teilen Niedersachsens vordere Plätze. Die Wasserballmannschaft war jahrelang Niedersachsenmeister für Vereine ohne Winterbad.

Das neue Freibad an der Ziegelmasch brachte 1938 einen Aufschwung für die Schwimmvereine und dem Schwimmsport in Alfeld.

Im Jahr 1942 schlug auch für den POSEIDON, wie für alle anderen Alfelder Vereine, die Stunde der Auflösung. Die Alfelder Vereine wurden zu einem Einheitsverein zusammengefasst, damit war nach 21 Jahren die Tätigkeit des POSEIDON erloschen.

Aber auch nach 1945 ließ die damalige britische Besatzungsmacht nur eine Sportvereinigung in Alfeld zu. Erst 1949 wurden die Bestimmungen gelockert und die Gründung mehrerer Vereine ermöglicht. Am 30. Juli 1949 trafen sich:

Eduard Artinger Bruno Leskin Alfred Berwig

Heinz Notbohm Ernst Buch Ilse Northdurft

Manfred Feder Hermann Northdurft Reinhold Fricke

Kurt Oppermann Rudi Hammer Winfried Wiederholt

um einen neuen Schwimmverein aus der Taufe zu heben.

Obwohl die Mehrzahl der Gründer vom ehemaligen POSEIDON kam, einigte man sich auf den neuen Namen NEPTUN. Dieses geschah mit Rücksicht auf die ehemaligen Schwimmer und Wasserballer der „Wasserfreunde" und anderer Vereine aus Ostdeutschland. NEPTUN ist ja auch nur eine andere Bezeichnung für den Meeresgott Poseidon.

Die Mitgliederzahlen des SC Neptun nahmen eine ungeahnte Entwicklung. Ende 1949 zählte der Verein bereits 217 und Ende 1952 1.300 Mitglieder, für einen Schwimm- und Wasserballverein ungewöhnlich hohe Zahlen.

Aber nicht nur die Anzahl der Mitglieder stieg, sondern auch die sportlichen Leistungen verbesserten sich schnell. Oft mussten mehrere Busse eingesetzt werden, um die Aktiven zu den Veranstaltungen bringen zu können. Nicht selten wurden mehrere Schwimmfeste gleichzeitig beschickt. In den 50-er Jahren reichten die Aktivitäten des SC Neptun von einer intensiven Jugendarbeit mit Heimabenden, Zelt- und Trainingslagern, über einen regen Trainingsbetrieb für Schwimmer und Wasserballer bis zum Versehrtensport. In den ersten Jahren seines Bestehens gehörte der SC Neptun zu den sogenannten VoW-Vereinen (Vereine ohne Winterbad). Um die kurze Sommersaison möglichst gut zu nutzen, erfolgte das Training ab 16°C Wassertemperatur im Freibad. Für die heutige Zeit sicher unvorstellbar.

Das Jahr 1971 brachte für alle Schwimmer in Alfeld und auch für den SC Neptun eine erhebliche Verbesserung, das Freibad wurde renoviert und mit einer Heizung ausgestattet. Jetzt konnte bei jeder Witterung geschwommen und trainiert werden. Aber noch wichtiger für den Schwimmsport war die Einweihung des vom damaligen Landkreis Alfeld erbauten Hallenbades. Ab 1972 zählt der SC Neptun zu den Vereinen mit Winterbad.

Die sportlichen Erfolge der Schwimmer sind immer eng mit den jeweiligen Trainern verbunden. Namen wie Erich Beyerlein, Erich Groß, Peter Diestel, Erich Wunsch, Joachim Reichwehr, Peter Groß, Jutta Kolle, Agnes Wolf, Hannelore Hotopp und Gerhard Matzke sind auch heute noch vielen Neptunern bekannt.

Aber auch die vielen Helfer am Beckenrand und die Übungsleiter der letzten Jahre wie Wolfgang Neumann, Britta Jandt, Jens Gehrmann, Indra Adelhelm, Petra Barteis, Martin Weber sen., Martin Weber jun., Rita Weber, Bianca Weber, Andre Barth, Wiebke Schünemann, Carmen Mißbach, Yvonne Axler und Annika Fröhlich müssen für ihre unermüdliche Tätigkeit erwähnt werden.

Die Nichtschwimmerausbildung wird sehr erfolgreich von Ingrid und Wiebke Schünemann und Andre Barth durchgeführt.

An dieser Stelle seien - stellvertretend für alle, die dem Verein zur Seite standen und stehen - die Namen der 1. Vorsitzenden genannt:

Bruno Leskin Otto Markmann Carl-Winfried Wiederholt

Heinz Seifarth Hermann Nothdurft Heinz Franzelius

Manfred Feder Werner Wolf Karl-Heinz Sobirey

Hermann Matthies Brain Ricketts Fred Deutsch

Fahrten zu befreundeten Vereinen haben beim SC Neptun eine lange Tradition. In den 50-er Jahren erfolgte ein reger Austausch mit dem Neptun Randers aus Dänemark. Die von 1955 bis 1957 gepflegten Kontakte mit Eintracht Radebeul/Dresden konnten durch die politischen Verhältnisse in der damaligen DDR und auch nach der Wende leider nicht neu geknüpft werden.

Über 10 Jahre erfolgte ein jährlicher Austausch mit der SSG Berlin.

Der absolute Spitzenreiter ist aber der Austausch mit dem Kingfisher ASC aus Wakefield / England.

Zu einem weiteren „Renner" haben sich die 1987 eingeführten Trainingslager entwickelt. Jährlich, in den Osterferien, wird mit ca. 20 Aktiven ein Schwimmtraining durchgeführt. Nur einige Orte sollen hier genannt werden, z.B. Blanes/Spanien, Oldenburg i. H., Bodenwerder, Holzminden, Hohegeiß usw.

Seit den 50-er Jahren erzielte der SC Neptun große sportliche Erfolge im Bereich der Schwimmer und Wasserballer. Mit dem Rückgang der Mitgliederzahlen (z. Z. ca. 180 Mitglieder) ging aber auch die breite Basis an Kindern und Talenten verloren. Umso höher ist es zu bewerten, dass auch in den letzten Jahren noch erste Plätze bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften errungen wurden.

Die letzten Jahre wurden von drei Ereignissen besonders geprägt. Im Jahr 1992 gab es Überlegungen des Landkreises Hildesheim, Benutzungsgebühren für das Hallenbad einzuführen. Trotz Gespräche mit dem Landkreis und Proteste aller Schwimmvereine, wurden die Benutzungsgebühren zum 1.1. 1993 eingeführt. Es wurde an allen Ecken gespart, aber die Beiträge mußten zweimal erhöht werden.

Im Jahr 1993 löste sich die Wasserballmannschaft auf. Dieser Vorgang wurde vom Vorstand sehr bedauert, da gerade die Wasserballer des SC Neptun immer als eine Stütze des Vereins angesehen werden konnte

1994 wurde die Satzung von 1949 geändert und der SC Neptun dadurch gemeinnützig. Dieser Schritt, der nur sehr schwierig umgesetzt werden konnte, ermöglichte es, Spenden anzunehmen und Spendenquittungen auszustellen.

Im Jahr 2008 wurde das Alfelder Freibad und Mitte 2010 das alte Alfelder Hallenbad geschlossen. Am 29.12.2010 wurde das neue Allwetterbad oder auch „7 Berge Bad“ durch einen Köpper vom Startblock durch Bürgermeister Beushausen eröffnet. Für die Vereine und die Öffentlichkeit erst Mitte Januar 2011.

 

Für die Schwimmsportverein in Alfeld, gab es dadurch positive und aber auch negative Veränderungen.Als positiv sehe ich die vom Wetter unabhängigen Trainingszeiten. Negativ sind die um ca. 20% gekürzten Trainingszeiten für die Vereine gegenüber den alten Möglichkeiten und die um etwa 100% gestiegenen Nutzungsgebühren (im alten Freibad konnten die Vereine ohne Gebühren trainieren).

 

Der SC Neptun zahlt z.Z. zwischen 4.500,00 und 5.000,00 Euro pro Jahr an die Stadtverwaltung.

Unser Kassenpolster schmolz jedes Jahr um etwa 2.000,00 Euro zusammen. In der Jahreshauptversammlung 2012 mussten wir eine erhebliche Beitragserhöhung beschließen.

 

Das Jahr 2011 wurde durch die Vorarbeiten zum 50. Austausch mit den Kingsfishern und den Austausch selbst geprägt. Einzelheiten sind unter dem Punkt „Austausch“ beschrieben.

 

Im Januar 2012 startete die Wassergewöhnung für Kinder ab drei Jahre, geleitet von Kathleen Deutsch. Dies neue Angebot entwickelte sich schnell zu einem Renner, die ersten Kinder konnten schon im Dezember an einem kindgerechten Wettkampf teilnehmen. Als Erstschwimmart lernen die Kinder das Rückenschwimmen.

 

Unserer langjähriges Vorstandsmitglied, Ingrid Schünemann verstarb Ende 2012 nach kurzer schwerer Krankheit. Von 1988 an hatte sie aktiv im Vorstand als Pressewartin (1988), Schriftführerin (1989) und ab 1996 als Kassenwartin mitgearbeitet. Besonders am Herzen lagen ihr die Schwimmausbildung bei der sie über zwei Jahrzehnte Hunderte von Kindern das Schwimmen beibrachte und der kontinuierliche Austausch mit dem Wakefielder Kingfisher ASC, den sie 25 Jahre organisierte und leitete.

 

Die Wassergewöhnung und die Schwimmausbildung wird von Januar 2013 von Wiebke Smith

(geb. Schünemann), Kathleen Deutsch und Ándre Barth weitergeführt.



Fred Deutsch
1. Vorsitzender